Bauernhof energieautark mit Wärme, Strom und Sprit

Landwirt erzeugt Strom mit Fotovoltaik, beteiligt sich an Windkraftanlage, heizt mit Hackgut und fährt seine Fahrzeuge mit kalt gepresstem Sonenblumenöl. Alles geht, wennn man will.


Die Landwirtschaft der Familie Löser in Streitdorf erzeugt Strom mit zwei Fotovoltaikanlagen, beteiligt sich an einer Windkraftanlage, heizt bei Bedarf mit einer Hackgutanlage und fährt alle Fahrzeuge, vom Traktor bis zum Pkw, mit kalt gepresstem Sonnenblumenöl.

"Unser Energieverbrauch beträgt für alles, die ganze Landwirtschaft mit Ölpresse, Hofwerkstatt und Haushalt, etwa 6.500 Kilowattstunden (kW/h) Strom pro Jahr. Mit den zwei Fotovoltaikanlagen erzeugen wir rund 8.000 kW/h selbst. Der Überschuss wird ins Stromnetz gespeist", teilt Wolfgang Löser dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Für den Überschuss erhält er von der EVN im Jahr zwischen 300 und 400 Euro.

Seit 20 Jahren wird am Löser-Hof Warmwasser mit Sonnenenergie aufbereitet. Vor sieben Jahren kam dann das Heizen per Fotovoltaikanlagen dazu. Außerdem wurde das ganze Haus thermisch saniert und die Außenfassade mit einer 40 cm dicken Wärmedämmung versehen. Die durchschnittliche Raumtemperatur beträgt seither 25 Grad. Bei Schlechtwetter heizt man zusätzlich mit Hackgut aus dem eigenen Wald. "Vor der Umstellung auf Sonnenenergie haben wir für die Heizung 65 Kubikmeter Hackgut gebraucht, heute sind es nur noch 20 Kubikmeter², erklärt Wolfgang Löser. 2006 erhielt der umweltbewusste Landwirt für seine Energie-Sparmaßnahmen den Hans Kudlich-Preis und 2007 den Europäischen Solarpreis.

Die Landwirtschaft der Familie Löser umfasst ca. 60 Hektar Felder, auf denen Getreide, Kartoffeln, Rüben etc. angebaut werden. Etwa 15 Prozent der Ackerfläche werden für den Anbau von Sonnenblumen zur Erzeugung von Pflanzenöl verwendet. Das reicht für 8.000 bis 10.000 Liter Pflanzenöl und deckt den Treibstoffverbrauch aller Fahrzeuge der vierköpfigen Familie. Im Gespräch zeigt Wolfgang Löser die wachsende Diskrepanz zwischen dem Preis von Weizen und Dieselöl auf: "Früher gab es für ein Kilo Weizen etwa einen Liter Dieselöl. Heute braucht man für einen Liter Öl zwischen sieben und zehn Kilo Weizen."

In nächster Zukunft will der Landwirt in seinem Garten ein Kleinwindrad aufstellen, mit der Hackgut-Anlage auch Strom erzeugen und - als übernächsten Schritt ¬ den überschüssigen Strom aus der Fotovoltaikanlage speichern und selbst verbrauchen. (Wirtschaftspressedienst, knox)

30.07.2012 07:08:56



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