Bergrettung. Sozialversicherung zahlt keine Bergungskosten!

Auch der letzte Einsatz in den Ötscher-Tormäuern zur Rettung der beiden Eiskletterer wird vermutlich aufgrund der langen Einsatzzeit eher kostspielig werden. Die Sozialversicherung zahlt nicht!


header picture
Foto: Österr. Bergrettung/Bergretter/Kärnten
Gerade in letzter Zeit wurde das Thema Einsatzkosten vermehrt diskutiert. Anlass waren ein Einsatz in Salzburg, der den Verunfallten mit 10.000 Euro zu Buche schlägt und ein Einsatz in Oberösterreich, der mit 17.000 Euro verrechnet wird. Beim Einsatz in den Ötscher-Tormäuern zur Rettung der beiden Eiskletterer liegt die genaue Summe aber noch nicht vor.

Die Österreichische Bergrettung will in einer Aussendung kursierende Missverständnisse ausräumen.

Grundsätzlich werden von der Bergrettung Verunfallten oder in Not geratenen Einsätze verrechnet. Genauso wie Rettung, ÖAMTC (Hubschrauber) oder Feuerwehr, falls beteiligt.

Wie kann ich mich dagegen schützen?
Eine Fördermitgliedschaft bei der Bergrettung, Mitgliedschaft bei alpinen Vereinen oder Zusatzversicherungen bei Kreditkarten, Automobilclubs oder der Versicherungsgesellschaft decken die Bergungskosten ab

Dieses Geld wird in erster Linie für Material- und Ausbildungskosten aufgewendet.

24 pro Jahr sind gut angelegt
Sich zu versichern zahlt sich auf jeden Fall aus, vor allem, wenn man viel im unwegsamen Gelände unterwegs ist.
Mit einem Fördererbeitrag von mindestens 24 Euro jährlich wird man außerordentliches Mitglied der Bergrettung und die Generali-Versicherung übernimmt im Notfall anfallende Such- und Bergungskosten.
 
Was beinhaltet die WELTWEITE Bergungskosten-Vorsorge für 24 Euro im Jahr?
Diese Vereinbarung gilt für die gesamte Familie beziehungsweise Lebensgefährtin oder Lebensgefährten und auch Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr im gemeinsamen Haushalt des Förderers. Die Bergungskosten-Vorsorge gilt weltweit und beinhaltet Boden- und Flugrettung aus Berg- und Wassernot bis zu einem Höchstbetrag von Euro 15.000,–. Inkludiert sind auch Hilfeleistungen nach Pistenunfällen oder bei Flugsportarten wie Paragliding.



Was verdient ein Bergretter?   -  Nichts!
Die Bergrettung in Österreich besteht zum Großteil aus freiwilligem Engagement, in Niederösterreich beträgt der Anteil 99,846 Prozent. Vom aktiven Bergretter in der Ortsstelle bis zum Präsidenten des Bundesverbandes arbeiten alle Mitglieder und Funktionäre ehrenamtlich, er verdient also für seine Arbeit kein Geld. Es gibt in der Landesleitung Niederösterreich/Wien nur zwei Angestellte, die sich um organisatorische und administrative Angelegenheiten kümmern. Die Bergrettung hat in Niederösterreich mit 1.1.2017 genau 1.329 in 30 Ortsstellen und österreichweit mehr als 12.500 Mitglieder, die sich auf 291 Ortsstellen in sieben Landesleitungen (Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich/Wien) aufteilen. 

Die Aufgaben der Bergrettung

In ganz Österreich versehen insgesamt mehr als 12.500 Bergretterinnen und Bergretter in 291 Ortsstellen ihren Dienst am Wohle der Gemeinschaft. Die Aufgabe der Bergrettung ist es, im unwegsamen, alpinen Gelände Verunglückten, Vermissten oder sonst in Not geratenen Personen Hilfe zu leisten.

Wie finanziert sich die Bergrettung?
Die Bergrettung NÖ finanziert sich
1/ zu 50 Prozent über Mitgliedsbeiträge der Förderer, private Spender oder Sponsoren aus der Wirtschaft dazu.
2/Förderungen von der Landesregierung
3/durch Verrechnung der Einsätze als veränderlichste Variable

Von 120.000 Einsatzstunden werden nur 4.000-5.000 verrechnet
Von den 120.000 ehrenamtlichen Stunden, die Bergretter pro Jahr in Niederösterreich leisten, verrechnet die Bergrettung nur die ca. 4.000 bis 5.000 Einsatzstunden. Etwa 20.000 Ausbildungs- und Übungsstunden sowie ca. 70.000 Bereitschaftsdienststunden und jene Zeit, die in Sitzungen und für administrative Aufgaben aufgewendet werden, scheinen in keiner Rechnung auf.

Mit dem Geld passiert was?

1/ Ausbildung und die Versicherung der Mitglieder
2/ Material für Einsätze und Übungen.

Seine Ausrüstung wird zumeist vom Retter selbst bezahlt

Die persönliche Ausrüstung wie Klettergurt, Schi und Helm oder Kleidung wird von den Bergrettern zu einem großen Teil selbst finanziert. Einige Ortsstellen subventionieren ihre Mitglieder beim Kauf von Ausrüstung, teilweise gibt es Bekleidungs- und Ausrüstungsaktionen von den Landesleitungen.

Retter erhält kein Geld für das Ehrenamt
Obwohl Bergretterinnen und Bergretter ihre Freizeit fürs Ehrenamt aufwenden und keinen Euro als Person bezahlt bekommen, braucht die Organisation trotzdem viel Geld zur Bewältigung der Aufgaben. Über 60 Fahrzeuge (Autos, Skidoos, Quads) und über 60 Stützpunkte (Hütten und Meldestellen) und 30 Zentralen, Spezialgeräte, Material, Quartier und Verpflegung bei Kursen stellen die Handlungsfähigkeit der alpinen Rettungstruppe sicher.
13.01.2017 06:18:51



Weitere Beiträge

v20130331
Beitrag nicht gefunden?